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Die Tänze

Wir unterscheiden (grob) nach Standardtänzen, die eher europäischen Ursprungs sind und mit engerer Tanzhaltung getanzt werden:

Wiener Walzer   Langsamer Walzer   Tango   Quickstep   Slowfox

 

Sowie lateinamerikanischen Tänzen, die zumeist in offenerer Tanzhaltung ausgeführt werden, wodurch ein körperbetonteres Tanzen entsteht:

Cha Cha Cha   Rumba   Jive   Samba   Paso-Doble

 

Zusätzlich gibt es bei uns noch zwei moderne Partytänze im Disco- und Latino-Stil:

Disco-Fox   Salsa 

 

Wiener Walzer
Standardtanz

Wir beginnen mit dem Klassiker: Der Wiener Walzer ist der älteste, heute noch gebräuchliche Tanz. Seine Ursprünge reichen bis ins Mittelalter zurück, damals galt er als „Bauerntanz“ und wurde zeitweise vom Klerus verboten. Erst später wurde er zum Höfischen Tanz. Den Namen Wiener Walzer erhielt er, nachdem er am Ende des Wiener Kongresses im Jahre 1814/1815 von den dort versammelten Delegierten getanzt wurde. Als spöttischen Ausdruck, für die Dekadenz der damaligen diplomatischen „Praxis“ zahlreiche Bälle abzuhalten, prägte C. J. Fürst von Ligne im Hinblick auf den Wiener Kongress die Redewendung „Der Kongress tanzt viel, aber er geht nicht weiter“ („Le congrès danse beaucoup, mais il ne marche pas.“). Der Wiener Walzer wird heutzutage häufig für die Eröffnung besonders festlicher Anlässe gewählt, z. B. den Wiener Opernball oder auch als Brautwalzer auf Hochzeiten. Der Wiener Walzer ist im ¾-Takt geschrieben und hat ca. 50-60 Takte pro Minute.

Bekannte Musik-Titel:

„Wiener Blut“, „Kaiserwalzer“, „An der schönen blauen Donau“ / Johann Strauss
„Love on the Brain“ / Rihanna
„Der zweite Walzer“ / Dimitri Schostakowitsch
„Hijo de la luna“ / Mecano
„Piano Man“ / Billy Joel
„Perfect“ / Ed Sheeran

 

Langsamer Walzer
Standardtanz

Um 1870 entwickelte sich in Amerika eine sanftere Form des Wiener Walzers, der unter dem Namen Boston bekannt wurde. Diese Version behielt die für den Wiener Walzer charakteristischen drehenden Figuren bei, wurde aber zu einem geringerem Tempo getanzt. Um 1920 entwickelte sich daraus in England der Langsame Walzer, der wegen seiner Herkunft auch „English Waltz“ genannt wird. Er gilt als der harmonischste Standardtanz und wird häufig zur Eröffnung von Tanzkursen und -veranstaltung getanzt. Der Langsame Walzer ist im ¾-Takt geschrieben und hat ca. 28-30 Takte pro Minute.

Bekannte Musik-Titel:

„I wonder why“ / Curtis Stigers
„If you dont know me by now“ / Simply Red
„Take it to the limit“ / Eagles

 

Disco-Fox

Der Disco-Fox ist ein Tanz, der in den 1970-ern von den typischen Discotänzern unbewusst entwickelt wurde. Die typischen freiimprovisierten Bewegungen auf der Tanzfläche wurden mit Elementen in Tanzhaltung nahe des Foxtrotts kombiniert und erhielt weitere Einfüsse aus Swing oder Two-Step. Er ist eine Fusion verschiedener Tänze und Tanzstile – Ein aus dem Foxtrott abgeleiteter Schrittsatz mit der klassischen Tanzhaltung, der Improvisationfreiheit des Swing, den Drehtechniken der lateinamerikanischen Tänze, den Wickelfiguren der Salsa und bei Gelegenheit den akrobatischen Figuren des Rock’n’Roll.

Bekannte Musik-Titel:

„Partymix“ / Pur
„Dancing Queen“ / Abba
„Please don’t stop the music“ / Rihanna

 

Cha Cha Cha
Lateinamerikanischer Tanz

Der Cha Cha Cha ist der jüngste der heute populären Tänze. Er wurde in den 50-er Jahren höchst wahrscheinlich von dem kubanischen Musiker Enrique Jorrin, einem Musikerkollegen von Tito Puente (einem der „Salsaväter“) erfunden. Er stellte zu dieser Zeit diese langsame Variante des Mambo vor, die jedoch mehr Schritte hat. Der Cha Cha Cha-Rhythmus ist in der Popmusik, vor allem seit dem neuen Latino-Boom, weit verbreitet. Bei Umfragen kommt der Cha Cha Cha meistens als beliebtester Tanz davon. Der Cha Cha Cha ist im 4/4-Takt geschrieben und hat ca. 30-34 Takte pro Minute.

Bekannte Titel:

„Black Magic Woman“ / Santana
„Pata pata“ / Miriam Makeba
„I need to know“ / Marc Anthony
„Sex Bomb“ / Tom Jones
„Let’s get loud“ / Jennifer Lopez

 

Rumba
Lateinamerikanischer Tanz

Die genaue Herkunft der Rumba ist bis heute ungeklärt, sicher ist sie musikalisch und tänzerisch afrocubanischen Ursprungs. Ursprünglich war die Rumba ein rein rhythmischer Tanz, also nur mit afrikanischen und afrocubanischen Pekussionsinstrumenten gespielt. Später kamen europäische Melodieinstrumente hinzu. Eine Theorie besagt, dass die Rumba sich aus dem spanischem Fandango entwickelte. Als Modetanz kam die Rumba erstmals 1914 in New York auf. Rhythmisch vereinfacht gelangte sie 1931 auch nach Europa. In Deutschland wurde sie von den Nazis schließlich als „entartet“ verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rumba wieder entdeckt, allerdings in zwei vollkommen unterschiedlichen Variationen. Zum einen die amerikanisch beeinflusste Square- oder Carrée-Rumba, zum anderen die vom in England lebenden Franzosen Pierre Lavelle propagierte Rumba im kubanischen Stil. Dies führte Anfang der 70-er Jahre zu heftigen Auseinandersetzungen (die so genannten Rumba-Kriege), welche Variante jetzt die Richtige sei. Schließlich wurden beide Varianten „zugelassen“. Im internationalen Tanzsport hat sich mittlerweile der kubanische Stil durchgesetzt. Die Square-Rumba wird in Europa kaum noch unterrichtet, in den USA ist sie jedoch noch weit verbreitet. Die Rumba ist im 4/4-Takt geschrieben und hat ca. 25-28 Takte pro Minute.

Bekannte Titel:

„Im not giving you up“, „Mas alla“ / Gloria Estefan
„You’ll be in my heart“ / Phil Collins
„Goldeneye“ / Tina Turner
„Sacrifice“ / Elton John
„Read all about it“ / Emelie Sandè

 

Jive
Lateinamerikanischer Tanz

Ursprünglich Jitterbug (Zitterwanze) genannt, entstanden seine Vorläufer im New Yorker Stadtteil Harlem. Seine musikalische Wiege waren zu Beginn der 1930-er Jahre Lindy Hop, Blues und Swing, in den 1940-ern der Boogie-Woogie, in den 1950-ern der Rock’n’Roll. Die Bezeichnung Jitterbug geht zurück auf die gesprungenen Figuren und die improvisierte Tanzweise der Schwarzen aus Harlem. Amerikanische Soldaten brachten diese in den USA beheimateten Tänze um 1940 nach Europa, wo sie bei der Jugend schnell sehr beliebt wurden. Der Boogie wurde nach dem Krieg zur dominierenden Musik. Als „artfremder, ordinärer“ Tanz fand er aber nicht nur Freunde. Tanzpapst Alex Moore (dessen Buch über die Standardtänze auch heute noch maßgebend ist) äußerte sich, dass er nie zuvor etwas „Grässlicheres“ gesehen hatte. Englische Tanzlehrer entwickelten, mit etwas langsamerer Musik, den eleganten und doch lebendigen Jive. Umgangssprachlich bedeutet Jive soviel wie „Blödsinn“. Der Jive ist im 4/4-Takt geschrieben und hat ca. 30-48 Takte pro Minute.

Bekannte Titel:

„Runaround Sue“ / Dion
„Wake me up before you gogo“ / WHAM!
„Marry You“ / Bruno Mars
„Footloose“ / Kenny Loggins

 

Salsa
Latino

Salsa / Mambo ist eine Mischung aus Tanzformen der europäischen, afrikanischen und indianischen Kultur. Vor allem spanische und französische Musik (Contredance) vermischte sich mit den afrikanischen Rhythmen der Yoruba, der Cucumí, der Bantu und der Conga.

Die wichtigsten Wurzeln sind:
1. Die Guajiras, eine Liedform der spanisch sprechenden Landbevölkerung Kubas
2. Der Son aus dem Osten Kubas
3. Danzon und Danza, den Gesellschaftstänzen der weißen Oberschicht
4. der afrokubanischen Rumba, hier vor allem Guaguanco (sprich Uawanko) und Yombó

Bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts trugen begabte kubanische Musiker diese Musik (Mambo) nach New York. Dort vermischte sie sich mit dem nordamerikanischen Jazz, dem Swing und dem Bebop.

Die Mambo Ära hatte ihren Hauptstützpunkt zu dieser Zeit in einem Tanzpalast auf dem New Yorker Broadway, dem „Palladium“. Noch heute wird eine der vielen Salsa-Stilrichtung „Palladium-Style“ (Klassischer Mambo) genannt. Durch die vielen Einwanderer aus den lateinamerikanischen Ländern wie Kuba, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Venezuela, Kolumbien, Panama entstand in der Folgezeit – beginnend mit den 60er Jahren – ein neuer spezieller Latin Sound aus den traditionellen lateinamerikanischen Rhythmen gemixt mit Boogie, Swing, Rock & Roll etc. – die SALSA, die ihren Siegeszug mittlerweile um die gesamte Welt angetreten hat.

Stilrichtungen
Salsa ist einem sehr schnellen Wandel unterworfen, ständig strömen neue Einflüsse auf diesen Tanz ein und werden aufgenommen, so dass Salsa uns auch in Zukunft ständig ein neues Bild zeigen wird.
Es gibt grundsätzlich zwei große Stilrichtungen in Salsa: Der Cuban Style und der Puerto Rican Style. Beide Arten spielen das gleiche uralte Spiel des Eroberns und Erobert-Werdens.

Bekannte Titel:
„La vida es un Carnaval“ / Celia Cruz
„Aicha“ / Africando Allstars
„Asi se goza“ / Isidro Infante
„Yo soy la muerte“ / El Gran Combo

 

Tango
Standardtanz

Der argentinische Tango wurde um 1910 von Reisenden der französischen Oberschicht aus Buenos Aires nach Frankreich mitgebracht. Im konservativen Europa stieß der intime Tanzstil auf wenig Begeisterung, wodurch dieser entschärft werden musste und so gesellschaftsfähiger war. Auch wenn sein Ursprung eher bei den Tänzen Lateinamerikas anzusiedeln ist, wird er aufgrund seiner technischen Art zu tanzen den Standardtänzen zugeordnet. Der Tango ist ein sehr leidenschaftlicher und direkter Tanz. Viele Rhythmuswechsel und starke Kontraste zwischen weichen und harten Bewegungen und abrupte Tempowechsel sollen die leidenschaftliche Verbindung zwischen zwei Partnern darstellen, die auch nicht immer harmonisch und zärtlich ist.

Der Tango ist im 2/4-Takt geschrieben und hat ca. 30-34 Takte in der Minute.

Bekannte Titel:

„Mano a mano“ / Julio Iglesias
„La Cumparsita“ / Julio Iglesias
„A Media Luz“ / James Last
„Kriminal Tango“ / Hazy Osterwald

 

Samba
Lateinamerikanischer Tanz

Ursprünglich ist Samba ein Sammelname für viele Tanzformen, die im 19. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven aus dem Kongo, dem Sudan und Angola in ihre neue Heimat Brasilien gebracht wurden. Die Samba wurde bei den Bantus anlässlich der Kriegerweihe getanzt. Aus dem früheren Kreistanz entwickelte sich später ein Paartanz der sich allerdings erst in den 50er-Jahren in Europa etablieren konnte. Die Samba ist im 2/4-Takt geschrieben und hat ca. 50-60 Takte in der Minute.

Bekannte Titel:

„Volare“ / Gipsy Kings
„Aint it funny“ / Jennifer Lopez
„Copacabana“ / Barry Manilow
„Love is in the air“ / John Paul Young

 

Quickstep
Standardtanz

Der Quickstep ist die schnellere Variante des Foxtrott. Da der Quickstep im Gegensatz zum Foxtrott einer der fünf Turniertänze (Standard) ist, gibt es deutlich mehr technische Elemente und Figuren, dafür ist er tänzerisch auch etwas anspruchsvoller. Der Quickstep ist im 4/4-Takt geschrieben und hat ca. 50-54 Takte in der Minute.

Bekannte Titel:

„Nah neh nah“ / Vaya con dios
„Puttin’ on the Ritz“ / z.B. Pasadena Roof Orchestra
„Lets face the music and dance“ / Nat King Cole
„Mr. Pinstripe Suite“ / Big Bad Voodoo Daddy

 

Slowfox
Standardtanz

Der Name „Slowfox“ ist die Abkürzung für „Slow Foxtrott“ und deutet somit bereits auf die Verwandtschaft mit dem Foxtrott hin. Er ist ein typisch englischer und daher sehr eleganter Standardtanz. Charakteristisch für ihn sind die fließenden, raumgreifenden und weichen Bewegungen, die mit einer ruhigen und angespannten Tanzhaltungen ausgeführt werden. Der Slowfox ist technisch und musikalisch sehr anspruchsvoll. Es wird gesagt, dass man eine volle Tasse auf den Kopf der Damen stellen können muss, ohne dass ein Tropfen verschüttet wird.

Bekannte Titel:

„New York, New York“ / Frank Sinatra
„Go Gentle“ / Robbie Williams

 

Paso-Doble
Lateinamerikanischer Tanz

Wörtlich übersetzt bedeutet Paso Doble „Doppelschritt“ und beschreibt einen spanischen Paartanz mit einfachem Schrittmaterial auf Marschmusik. In stilisierter Form verbreitete sich dieser, auch in Lateinamerika anzutreffende Volkstanz, nach 1910 in anderen europäischen Ländern. Die Musik beinhaltet Elemente des Fandango und des Flamenco. Der Flamenco-Stil bildete sich im 19. Jahrhundert heraus. Der Paso Doble gilt als die tänzerische Interpretation des Stierkampfes, wobei der Herr den Torero darstellt, die Dame – je nach Figur – das rote Tuch (Muleta oder Capa), den Stier, einen zweiten Torero oder eine Flamencotänzerin. Der Tanz wurde in Paris in den zwanziger Jahren choreografiert, daher tragen die meisten Figuren französische Bezeichnungen. Heutzutage wird der Paso Doble vor Allem in Südfrankreich und Spanien getanzt.

Bekannte Titel:

„Espana Cani“ (Diesen Titel gibt es in ca. 156.349 verschiedenen Versionen)